Deutschland WM 2010

Philipp Lahm ist neuer Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, das gab Bundestrainer Jogi Löw auf einer Pressekonferenz 14 Tage vor WM-Start bekannt. Lahms Stellvertreter ist zugleich sein Teamkollege von Bayern München, Bastian Schweinsteiger. Beide hätten bereits viel Verantwortung in der DFB-Elf übernommen, hieß es zur Begründung.

Die Entscheidung für Lahm als Capitano hatte sich bereits angedeutet, spielte er doch bei den Bayern eine hervorragende Saison und gilt er auch dort als nächster Kapitän nach van Bommel. Eigentlich ist es Usus, dass derjenige mit den meisten Länderspielen auf dem Buckel, die Kapitänsbinde erhält. Im aktuellen Kader wäre das Miroslav Klose gewesen, doch dieser spielte nur eine sehr durchwachsene Bundesliga Saison. Lahm gilt als integrativ, kommunikativ und als Spieler, der offen seine Meinung sagt und klares Feedback gibt. Diese Eigenschaften prädestinierten  ihn nach Meinung von Löw für das Amt des Kapitäns.   


Für Mittelfeld-Spieler Christian Träsch ist der Traum von der WM zerplatzt. Bei einem Testspiel der DFB-Elf gegen den FC Südtirol zog sich der Stuttgarter eine schwere Kapsel- und Bandverletzung im rechten Sprunggelenk zu.

Nach Angaben von Bundestrainer-Assistent Hansi Flick sei Christian Träsch erst in sechs Wochen wieder spielfähig und somit nicht in der Lage, an der WM in Südafrika teilzunehmen. „Wir werden noch gemeinsam Mittagessen, danach wird sich Christian Träsch verabschieden.“ So einfach und so bitter kann es laufen, ein Problem mehr für Trainer Joachim Löw. Träsch hätte, so Flick, dem WM-Kader angehört, denn er habe „in den vergangenen Wochen absolut überzeugt“.

Man könnte meinen, spätestens jetzt habe Löw ernste Personalsorgen, zumindest im Mittelfeld. Eigentlich kommt neben Bastian Schweinsteiger nur noch Sami Khedira in Frage. Hansi Flick beruhigt jedoch und meint, „auch Heiko Westermann und Dennis Aogo haben dort schon gespielt. Wir haben noch die eine oder andere Alternative im Kopf“.    


Im Rahmen einer Pressekonferenz hat Bundestrainer Joachim Löw den vorläufigen WM-Kader der Öffentlichkeit präsentiert. Bis zum 1. Juni muss er noch einmal vier Spieler von der Liste streichen, bis dahin können alle Nominierten ihre Leistung unter Beweis stellen.

Mittels eines WM-Werbefilmchens wurden die Namen der von Löw vorläufig nominierten WM-Spieler Preis gegeben. Souverän plauderte Kapitän Michael Ballack zwischen den Einblendungen der Positionen über die Vorfreude und über Deutschlands Ziele und Chancen bei der Weltmeisterschaft in Südafrika.

Bundestrainer Löw setzt zur WM im Wesentlichen auf eine starke Bayern-Achse, allein sieben Bayern-Profis wurden nominiert. Zwei neue Spieler kamen hinzu, Jens Lehmann ist wie erwartet nicht dabei und sei auch nie ein Thema gewesen, so Löw. Eine Absage erteilte der Bundestrainer zudem Thomas Hitzlsberger von Lazio Rom. Die Entscheidung sei ihm sehr schwer gefallen und Hitzlsberger sei darüber sehr enttäuscht gewesen, allerdings sei er halt in den vergangenen Wochen im Verein kaum zum Einsatz gekommen.    


ARD und ZDF hoffen bei der WM 2010 auf ein zweites Fußball-Märchen. Günter Netzer wird zum letzten Mal neben Gerhard Delling für verbale Fehlpässe sorgen und Béla Réthy kommentiert das Endspiel.

Das öffentlich-rechtliche Fernsehen hat nun offiziell sein Programm für die Fußball-Weltmeisterschaft präsentiert. Zusammen übertragen ARD und ZDF in schöner Abwechslung 55 der 64 WM-Spiele. Das Eröffnungsspiel zwischen WM-Gastgeber Südafrika und Mexiko wird am 11. Juni in der ARD übertragen, kommentiert von Gerd Gottlob.

Das Endspiel am 11. Juli in Johannesburg darf der ZDF-Fernsehjournalist Béla Réthy kommentieren und ist mächtig ergriffen und stolz darüber. „Dafür macht man den Job“, sagte er nach seiner Ernennung und wünscht sich eine Finalbegegnung zwischen Deutschland und Brasilien, so wie im Jahre 2002.

Die Kommentatorenriege von ARD und ZDF

Die öffentlich-rechtlichen Sender kennen sich mit Großereignissen aus, erst im Februar übertrugen sie noch die 21. Olympischen Winterspiele live aus Vancouver. Eine Fußball-WM ist natürlich um einiges größer, aber auch das hatten sie in der Vergangenheit gut im Griff.

Für die ARD am Start ist das nicht nur unter Fußball-Kennern allseits bekannte Duo Gerhard Delling und Günter Netzer. Mit letzterem verbinden ja nicht wenige eine Art Hassliebe, dennoch ist es irgendwie erleichternd zu hören, dass es Günters letzte Tage als ARD-Experte sein werden. Als zweites Duo werden Mehmet Scholl und Reinhold Beckmann die Spiele im Nachhinein analysieren. Als Kommentatoren eingesetzt werden Gerd Gottlob, Tom Bartels und Steffen Simon.

Das ZDF wird erstmals nicht alles auf Zwiebackbubi-Gesicht Johannes B. Kerner setzen, der ist nämlich gar nicht mit dabei. Gesichter des Mainzer Senders sind Katrin Müller-Hohenstein, Rudi Cerne und Michael Steinbrecher, als Experten unterstützen sie Oliver Kahn und Urs Meier. Neben Béla Réthy sind als Kommentatoren Wolf-Dieter Poschmann, Oliver Schmidt und Thomas Wark zu hören.   


Wer Public Viewing zur Fußball-WM veranstalten möchte, braucht die Genehmigung der FIFA. Nun könnte es zu einem Präzedenzfall kommen, denn die Berlinerin Johanna Ismayr will am Bundespressestrand die Spiele auch ohne FIFA Lizenz öffentlich übertragen.

Die Regeln der FIFA zu Public Viewing sind kompliziert und ziemlich monopolistisch geprägt. Um Public Viewing handelt es sich dann, wenn Fußballspiele nicht im eigenen Wohnzimmer, sondern öffentlich in „Kinos, Bars, Büros, auf Baustellen, auf Bohrinseln, Bussen, Krankenhäusern und Militäreinrichtungen“ ausgestrahlt werden. Ist dies der Fall, so muss im Vorhinein eine Lizenz bei der FIFA beantragt werden.

FIFA sagt „nein“ zum Bundespressestrand

Die FIFA unterscheidet beim Public Viewing zwischen gewerblicher und nicht-gewerblicher Nutzung. Johanna Ismayr hat für die WM-Übertragung am Bundespressestrand in Berlin zunächst die Lizenz für eine gewerbliche Nutzung beantragt. Mit dem Verweis auf ein bereits genehmigtes FIFA-Fan-Fest in Berlin wurde ihr Antrag abgelehnt, es könne keine weitere Lizenz für Berlin ausgestellt werden, hieß es zur Begründung.

Nachdem sie daraufhin die Lizenz für ein nicht-gewerbliches Public Viewing beantragt hatte, aber seit Wochen auf Antwort warten muss, erwägt sie, gegen die FIFA zu klagen. „Es kann doch nicht sein, dass ein Fußballverband sagt: Du darfst den Fernseher in der Öffentlichkeit anschalten und du nicht“, empört sich Ismayr gegenüber der Zeitung „Die Zeit“.    


Mit dem Direktverkauf geht der WM-Ticketverkauf in die fünfte und letzte Runde. Mit Pannen und teilweise chaotischen Verhältnissen startete der Direktverkauf von WM-Tickets im Gastgeberland Südafrika.

Seit dem Morgen können in den WM-Städten Südafrikas Eintrittskarten an offiziellen Vorverkaufsstellen erworben werden. Die günstigsten Karten kosten nur 14 Euro, was für lange Warteschlangen sorgte. In einer dieser Schlangen erlitt ein 65jähriger Mann beim Warten einen Schlaganfall. Trotz sofortiger Rettungsmaßnahmen starb er noch vor Ort.

Direktverkauf von WM Tickets

Wegen des großen Andrangs, sei im Verlaufe des Tages das elektronische Kartensystem zusammengebrochen, verkündeten Medienberichte, das habe die Menschen hier enttäuscht und verärgert, hieß es weiter. Teilweise entstand daraufhin heftiges Gedränge, das die Polizei erst durch den Einsatz von Pfefferspray wieder auflösen konnte.

Bisher wurde beim Ticketverkauf nach der gängigen Praxis vorgegangen, d.h. Karten für die Fußball-Spiele mussten via Internet, im Vorhinein und per Kreditkarte gekauft werden. Da viele Südafrikaner jedoch keinen Internetanschluss besitzen und die Preis der Tickets das durchschnittliche Budget bei weitem übersteigt, hat die FIFA reagiert.

500.000 Tickets wurden von der FIFA nun in den Direktverkauf gegeben und sind ausschließlich für Südafrikern reserviert. Die Tickets wurden „re-kategorisiert“ und die Preise deutlich gesenkt. Die günstigsten Karten sind jetzt bereits für umgerechnet 14 Euro erhältlich. Die FIFA hofft mit der Aktion ohne viel Bürokratie die WM-Stadien voll zu bekommen. Bisher wurden teilweise auch wegen Sicherheitsbedenken der Europäer erst 2,2 Millionen Tickets über das Internet verkauft. Einzig das Endspiel ist zum jetzigen Zeitpunkt ausverkauft.   


Die Endrunde der 19. Fußball-Weltmeisterschaft 2010 wird in der Zeit vom 11. Juni bis zum 11. Juli 2010 in Südafrika ausgetragen.

32 Teams haben sich im Vorfeld für die Weltmeisterschaft qualifiziert. Am 4. Dezember 2009 wird nunmehr in Kapstadt die Gruppen-Auslosung für die Fußball-WM 2010 durchgeführt. Ausgelost wird nach dem komplexen Töpfe-Verfahren.

Zur Übersicht die einzelnen Lostöpfe, die auf Basis des Weltranglistenplatzes zusammengestellt werden:

Topf 1: Südafrika, Italien, Brasilien, Spanien, Deutschland, Argentinien, England, Frankreich
Topf 2: Niederlande, Portugal, Slowenien, Schweiz, Griechenland, Serbien, Dänemark, Slowakei
Topf 3: Elfenbeinküste, Ghana, Kamerun, Nigeria, Algerien, Paraguay, Chile, Uruguay
Topf 4: Japan, Südkorea, Nordkorea, Australien, Neuseeland, USA, Mexiko, Honduras

Welche der Teams in den Vorrunden sowie in den anschließenden K.O.-Runden aufeinandertreffen, bestimmt das Los.

Bei der Einteilung der Mannschaften in Gruppen spielen die Geografie, Spielstärke und der Spielplan eine wichtige Rolle. In Hinblick auf die regionalen Faktoren soll verhindert werden, dass die Favoriten der WM zu früh aufeinandertreffen. Mit grosser Spannung wird dann die Ausloung der Gruppen zur WM 2010 hierzulande verfolgt.   


Die nächste Fussballweltmeisterschaft findet 2010 in Südafrika statt. Der Ticketverkauf wird von der FIFA und der First National Bank organisiert und durchgeführt.

Die begehrten WM Tickets kann man bereits ab Februar diesen Jahres online erwerben. Von den etwa 3 Millionen Tickets werden 740.000 angeboten. Aber das südafrikanische Organisationskomitee schätzt ein, dass es ein großen Run auf die Tickets wie zuletzt bei der WM in Deutschland nicht geben wird. Aufgrund der globalen Finanz - und Wirtschaftskrise ist das Interesse die Fussballweltmeisterschaft live zu sehen eher gering.

Aber trotz der weltweiten Krise wird der Schwarzmarkt blühen, da sind sich die Fussball    


Nach dem überwältigendem Erfolg des zur Fußballweltmeisterschaft 2006 erstmals veranstaltetem Public Viewing wird es zur WM 2010 in Südafrika ganz sicher wieder in vielen Großstädten die beliebte Massenveranstaltung geben.

Beim Public Viewing wird die jeweilige Sportart (in Deutschland aufgrund der Popularität ausschließlich Fußball) auf Marktplätzen oder in großen Veranstaltungshallen und -Gebäuden auf große Leinwände übertragen. So können viele tausend Menschen gemeinsam ein Spiel der WM 2010 anschauen. Da die WM 2010 im weit entfernten Südafrika stattfindet, ist zu erwarten, dass die Public Viewing Veranstaltungen sehr gut besucht werden, da weniger Leute, als zum Beispiel bei der WM 2006 im eigenen Land, die Stadien der Austragungsorte besuchen werden.

Das Public Viewing ist so beliebt, da es eine Atmosphäre   


Joachim Löw, genannt „Jogi“, ist deutscher Fußball-Bundestrainer. Geboren wurde Joachim Löw am 3. Februar 1960 in Schönau im Schwarzwald, wo er auch seine Jugend verbrachte. Schon in jungen Jahren spielte er für die Fußballvereine TuS Schönau 1896 und FC Schönau.

1978 begann er seine Fußballprofi-Karriere beim damaligen Zweitligisten SC Freiburg. Nach zwei erfolglosen Jahren beim VfB Stuttgart und bei Eintracht Frankfurt, kehrte er 1982 zum SC Freiburg zurück. Ab 1984 spielte er wieder in der 1. Bundesliga für den Karlsruher SC, kehrte jedoch schon ein Jahr später zurück zum SC Freiburg, für den er dann bis 1989 tätig war. Danach ging er in die Schweiz und spielte dort für den FC Schaffhausen und den FC Winterthur.

1994 fungierte er beim FC Frauenfeld als Spielertrainer und begann mit einer Ausbildung als Fußballtrainer. 1995 arbeitete er beim VfB Stuttgart als Co-Trainer unter Rolf Fringer. Nachdem dieser den Verein verlassen hatte, wurde Jogi Löw sein Nachfolger als Cheftrainer. Unter Löws Leitung wurde der VfB Stuttgart 1997 DFB-Pokalsieger und erreichte ein Jahr darauf das Finale des Pokals der Pokalsieger.

1998 wechselte Löw für ein Jahr zum türkischen Fenerbahce Istanbul. Weitere Stationen waren der Karlsruher SC, Adanaspor und der FC Tirol Innsbruck, mit dem Löw 2002 österreichischer Meister wurde. 2003 trainierte er FK Austria Wien.

Im Jahr 2004 holte ihn Bundestrainer Jürgen Klinsmann als Co-Trainer zur deutschen Nationalmannschaft. Nach dem dritten Platz bei der WM 2006 in Deutschland trat Jürgen Klinsmann zurück und Joachim Löw wurde sein Nachfolger als Bundestrainer. 2008 wurde er bei der EM in Österreich/Schweiz mit der DFB-Elf Vize-Europameister und soll nun das Team zur WM 2010 führen.