Joachim Löw

Im Rahmen einer Pressekonferenz hat Bundestrainer Joachim Löw den vorläufigen WM-Kader der Öffentlichkeit präsentiert. Bis zum 1. Juni muss er noch einmal vier Spieler von der Liste streichen, bis dahin können alle Nominierten ihre Leistung unter Beweis stellen.

Mittels eines WM-Werbefilmchens wurden die Namen der von Löw vorläufig nominierten WM-Spieler Preis gegeben. Souverän plauderte Kapitän Michael Ballack zwischen den Einblendungen der Positionen über die Vorfreude und über Deutschlands Ziele und Chancen bei der Weltmeisterschaft in Südafrika.

Bundestrainer Löw setzt zur WM im Wesentlichen auf eine starke Bayern-Achse, allein sieben Bayern-Profis wurden nominiert. Zwei neue Spieler kamen hinzu, Jens Lehmann ist wie erwartet nicht dabei und sei auch nie ein Thema gewesen, so Löw. Eine Absage erteilte der Bundestrainer zudem Thomas Hitzlsberger von Lazio Rom. Die Entscheidung sei ihm sehr schwer gefallen und Hitzlsberger sei darüber sehr enttäuscht gewesen, allerdings sei er halt in den vergangenen Wochen im Verein kaum zum Einsatz gekommen.    


Bundestrainer Joachim Löw denkt über eine Begnadigung von Kevin Kuranyi nach. In einer dreitägigen Klausur im Schwarzwald beraten Löw und sein Trainerstab über den Kader für die Fußball-WM in Südafrika.

In einem Hotel in Baiersbronn im Schwarzwald haben sich Bundestrainer Joachim Löw, Assistent Hansi Flick, Torwarttrainer Andreas Köpke und Chefscout Urs Siegenthaler zurückgezogen. Drei Tage lang soll über den Kader für die Fußball-WM 2010 beraten werden. Der Fall Kuranyi kommt ebenfalls auf den Tisch.

Löw denkt über Begnadigung Kuranyis nach

„Wir haben gesagt, dass wir uns zusammensetzen und getroffene Entscheidungen noch einmal überdenken. Speziell dieses Thema ist ja allgegenwärtig - und ich lasse mich dahingehend auch gern beraten. Immerhin stehen wir vor einer Weltmeisterschaft. Da ist es wichtig, dass wir alle Möglichkeiten ausschöpfen, die sich bieten“, sagte Löw gegenüber der Tageszeitung Die Welt. Nach wochenlangem Schweigen des Bundestrainers im Fall Kuranyi deutet sich also ein Umdenken an. Diese Trendwende scheint auch bitter nötig, denn die öffentliche Debatte wurde nicht zuletzt durch prominente Stimmen des Fußballs angeheizt. Der Schalker Stürmer Kevin Kuranyi gehört in der aktuellen Saison der Bundesliga zu den Toptorjägern und kann deshalb jede Menge Fürsprecher auf seiner Seite wähnen.

Noch kein Kontakt zwischen beiden

„Ich würde mich über eine zweite Chance freuen“, sagte Kuranyi gegenüber dem Sport-Informations-Dienst, betonte jedoch zugleich, dass er noch keinen Kontakt zu Löw aufgenommen habe und umgekehrt. Schalkes Trainer Felix Magath fordert indes eine schnelle Entscheidung von Jogi Löw. „Es wäre schon schön, wenn das Thema wie auch immer endlich erledigt wäre. Wir haben halt noch vier Wochen und einen Spieler, der eine ungelöste Situation hat, der beschäftigt sich natürlich damit“, sagte er gegenüber Sport1.   


Soll Kevin Kuranyi nun mit zur Fußball-WM oder besser nicht? Über diese Frage diskutiert gerade ganz Fußball-Deutschland und bleibt geteilter Meinung. Schalkes Stürmer Kevin Kuranyi ist derzeit Torschützenkönig in der Fußball-Bundesliga und die Nationalmannschaft um Bundestrainer Jogi Löw hat zur Zeit ein Problem mit ihrer Angriffsabteilung. Was läge da näher, als Kuranyi für die WM im Juni zu nominieren?

Diskussionen um Kevin Kuranyi

Bundestrainer Joachim Löw hält sich seit Wochen bedeckt im Fall Kuranyi. Auch wenn der öffentliche Druck immer größer wird, will sich Löw nicht über Kuranyi äußern und den endgültigen WM-Kader erst am 6. Mai bekannt geben. „Wir können und wollen nicht auf jede Spekulation um Personalien reagieren“, erklärte  Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff gegenüber der „Bild“-Zeitung. Ebenso wie zuvor bereits DFB-Sportdirektor Matthias Sammer und Bayern-Präsident Uli Hoeneß steht er damit Löw zur Seite.

„Joachim Löw verhält sich vollkommen korrekt. Ich verstehe es vollkommen, dass er sich nicht von den Medien vorschreiben lässt, wann er was zu entscheiden hat“, merkte Hoeneß an und auch Ex-Nationaltorwart Oliver Kahn hält zu Löw. „Nur weil einer phasenweise eine gute Form hat, muss er nicht zwangsläufig mit zur WM. Denn ob er dann diese Form hat, ist längst nicht gesagt“, erklärte Kahn.

Kuranyi-Befürworter lassen Löw nicht in Ruhe

Im engsten Vertrautenkreis sammelt Jogi Löw bereits seit einiger Zeit Stimmen und Meinungen zum Fall Kuranyi. Seine bislang starr ablehnende Haltung könnte vielleicht bald in ein Umdenken münden. Während Kapitän Michael Ballack bereits seit Monaten eine Begnadigung Kuranyis fordert, scheint auch das restliche DFB-Team dieser Meinung zu folgen. Arne Friedrich und Tim Wiese sind für ein Comeback, Bastian Schweinsteiger ebenfalls, hält es allerdings für unrealistisch.

Joachim Löw will zuallererst nicht als Umfaller dastehen, sollte er Kuranyi im Mai doch noch nominieren. Er hatte den Schalker Stürmer vor 18 Monaten aus der DFB-Elf ausgeschlossen, weil dieser während des WM-Qualifikationsspiels gegen Russland unerlaubt und ohne Information die Mannschaft verlassen hatte.