Soll Kevin Kuranyi nun mit zur Fußball-WM oder besser nicht? Über diese Frage diskutiert gerade ganz Fußball-Deutschland und bleibt geteilter Meinung. Schalkes Stürmer Kevin Kuranyi ist derzeit Torschützenkönig in der Fußball-Bundesliga und die Nationalmannschaft um Bundestrainer Jogi Löw hat zur Zeit ein Problem mit ihrer Angriffsabteilung. Was läge da näher, als Kuranyi für die WM im Juni zu nominieren?
Diskussionen um Kevin Kuranyi
Bundestrainer Joachim Löw hält sich seit Wochen bedeckt im Fall Kuranyi. Auch wenn der öffentliche Druck immer größer wird, will sich Löw nicht über Kuranyi äußern und den endgültigen WM-Kader erst am 6. Mai bekannt geben. „Wir können und wollen nicht auf jede Spekulation um Personalien reagieren“, erklärte Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff gegenüber der „Bild“-Zeitung. Ebenso wie zuvor bereits DFB-Sportdirektor Matthias Sammer und Bayern-Präsident Uli Hoeneß steht er damit Löw zur Seite.
„Joachim Löw verhält sich vollkommen korrekt. Ich verstehe es vollkommen, dass er sich nicht von den Medien vorschreiben lässt, wann er was zu entscheiden hat“, merkte Hoeneß an und auch Ex-Nationaltorwart Oliver Kahn hält zu Löw. „Nur weil einer phasenweise eine gute Form hat, muss er nicht zwangsläufig mit zur WM. Denn ob er dann diese Form hat, ist längst nicht gesagt“, erklärte Kahn.
Kuranyi-Befürworter lassen Löw nicht in Ruhe
Im engsten Vertrautenkreis sammelt Jogi Löw bereits seit einiger Zeit Stimmen und Meinungen zum Fall Kuranyi. Seine bislang starr ablehnende Haltung könnte vielleicht bald in ein Umdenken münden. Während Kapitän Michael Ballack bereits seit Monaten eine Begnadigung Kuranyis fordert, scheint auch das restliche DFB-Team dieser Meinung zu folgen. Arne Friedrich und Tim Wiese sind für ein Comeback, Bastian Schweinsteiger ebenfalls, hält es allerdings für unrealistisch.
Joachim Löw will zuallererst nicht als Umfaller dastehen, sollte er Kuranyi im Mai doch noch nominieren. Er hatte den Schalker Stürmer vor 18 Monaten aus der DFB-Elf ausgeschlossen, weil dieser während des WM-Qualifikationsspiels gegen Russland unerlaubt und ohne Information die Mannschaft verlassen hatte.